Elementarpädagogik
Weit gefasst werden in der Elementarpädagogik Fragen der Erziehung, Betreuung und Bildung von der Geburt bis zum Ende der Grundschulzeit bearbeitet (Paetzold, 2001). Im engeren Sinne und international anschlussfähig liegt der Fokus dabei auf der institutionellen Arbeit mit Kindern bis zum Schuleintritt. Als Teildisziplin der Erziehungswissenschaften befasst sich der Arbeitsbereich folglich mit zentralen Aspekten der frühen Kindheit (Meyer & Walter-Laager, 2012).
- Qualitätssicherung- und entwicklung in der Bildung und Betreuung von Kindern in den ersten Lebensjahren.
- Lehr-, Lern- und Bildungsprozesse in den ersten Lebensjahren.
- Professionalisierung von elementarpädagogischen Fachpersonen
Die Relevanz dieser Forschungsfelder wird durch die internationale Befundlage (u. a. NICHD, 2003; Sylva et al., 2010) eindrucksvoll untermauert: Die ersten Lebensjahre bilden das Fundament für die gesamte weitere Bildungsbiografie. Eine kontinuierliche Qualitätssicherung und -entwicklung ist dabei unverzichtbar, da positive Langzeiteffekte auf die kognitive und sozio-emotionale Entwicklung nachweislich an eine hohe Prozessqualität in den Einrichtungen gebunden sind (Bustamante et al., 2023).
Im Zentrum stehen dabei die Lehr-, Lern- und Bildungsprozesse, die im Sinne der Ko-Konstruktion verstanden werden: Kinder sind aktive Gestalter ihrer Lernumwelt, die in Interaktion mit ihrer Umgebung Bedeutung generieren (Powell et al., 2025). Damit diese komplexen Prozesse gelingen, bedarf es einer konsequenten Professionalisierung der Fachpersonen. Internationale Vergleichsstudien zeigen deutlich, dass die Interaktionsqualität und damit der Bildungserfolg der Kinder unmittelbar mit der wissenschaftlich fundierten Ausbildung und Reflexionskompetenz des Personals korrelieren (Fukkink & Lont, 2007). Unser Arbeitsbereich leistet durch die Verknüpfung dieser Felder einen Beitrag dazu, pädagogisches Handeln evidenzbasiert weiterzuentwickeln und Bildungsgerechtigkeit von Anfang an zu fördern.
Bustamante, A. S., Bermudez, V. N., Ochoa, K. D., Belgrave, A. B., & Vandell, D. L. (2023). Quality of early childcare and education predicts high school STEM achievement for students from low-income backgrounds. Developmental psychology, 59(8), 1440.
Fukkink, R. G., & Lont, A. (2007). Does training matter? A meta-analysis and review of caregiver training studies. Early childhood research quarterly, 22(3), 294-311.
NICHD Early Child Care Research Network (2003). Early child care and mother-child interaction from 36 months through first grade. Infant Behavior and Development, 26, S. 345-370
Powell, L., Spencer, S., Clegg, J., & Wood, M. (2024). A country that works for all children and young people: An evidence-based approach to supporting children in the preschool years.
Siraj-Blatchford, I. (2009). Conceptualising progression in the pedagogy of play and sustained shared thinking in early childhood education: A Vygotskian perspective. Educational and Child Psychology, 26(2), 77-89.